
Autor Oschmann kritisiert Ost-West-Berichterstattung
In der wieder aufgeflammten Ost-West-Debatte gibt der Leipziger Bestsellerautor Dirk Oschmann den Medien eine Mitschuld an der Eskalation.
Der ostdeutsche Germanist Oschmann diskutierte über den neuen Ost-West-Konflikt gemeinsam mit dem westdeutschen Soziologen Armin Nassehi im Rahmen einer "Mediation" des Nachrichtenmagazins. Oschmann sagte, als Ostdeutscher werde man "in dieser medialen Berichterstattung mit Diskriminierung und Ausgrenzung konfrontiert", das löse bei ihm Zorn aus.
Nassehi räumte ein, auch er habe "einige der Texte, über die wir gesprochen haben, ästhetisch und im Ton problematisch" gefunden: "Aber die Leute sollen diesen Unsinn unbedingt schreiben dürfen. Das ist das Problem und zugleich die Gestalt einer gottlob nicht zentral gesteuerten Gesellschaft: Sie muss mit Komplexität umgehen."
Er glaube, dass Lösungsansätze eher in politischen Projekten liegen, die die gesamte Bundesrepublik in den Blick nähmen. Künstliche Intelligenz verändere das Arbeitsleben, die Demografie stelle Versorgungssysteme infrage - die Parteien müssten den Mut haben, zu formulieren, was sie gegen die erkannten Probleme tun wollten, jenseits ihrer jeweiligen Folklore. Sie müssten ein großes bundesweites Projekt benennen. Ein zusätzlicher Rentenpunkt reiche nicht.
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